Mittwoch, 3. Oktober 2018

Clown schnuppern … Clownluft schnuppern …ClownLust … äh … oder so …


Vielleicht ist sie eine Art Berufskrankheit, die mich immer wieder zu neuen Abenteuern lockt, egal, ich liebe sie, die Neugierde. 
Und weil ich so neugierig bin, habe ich mich vor einigen Monaten zu einem Seminar in einer Clownschule angemeldet, das am vergangenen Wochenende stattfand.

Ich wählte den Schnupperkurs der Clownschule von Uli Tamm in Hamburg, der am Freitagabend begann und am Sonntagnachmittag endete. Wie nicht anders zu erwarten: ich war gespannt wie ein Flitzebogen. 
Ich verbinde den Clown mit so vielen  Assoziationen,  liebevollen, bösen, politischen, den klassischen aus dem Zirkus. Wo beginnt überhaupt "Clownsein"? Würden wir uns alle anmalen? Verkleiden? Nichts anders als Quatsch machen? Auf einer Bühne stehen? Was für Leute lernt man in so einem Seminar kennen? Und wie würde ich mich dabei fühlen?

Um das Fazit vorwegzunehmen: Es war wunderbar.

Uli Tamm ist staatlich geprüfte Theaterschauspielerin und bildet seit 2000 Clowns aus. Ihre Leidenschaft ist (u.a. → siehe Beschreibung unter „Teamvorstellung“ auf www.die-clownschule.de):  
Alle Bewertungen in den Urlaub schicken. 

Was für ein herrlicher Gedanke. Seit der Kindheit werden wir bewertet und beurteilt, danach richten wir uns und passen uns so perfekt an, dass wir gar nicht mehr wissen, wer wir selber sind.

Im Clownseminar war es Programm. Keine Bewertungen. Kein Gut oder schlecht, kein lustig oder langweilig, kein akkurat oder dilettantisch. Von der ersten Minute an fühlte ich mich wohl und angenommen, so wie ich bin. Und so ging es anscheinend auch allen anderen Teilnehmern des Kurses, denn bereits am Freitag entstand eine herrlich entspannte, wohltuende Atmosphäre.

Am Samstag und Sonntag wurde Uli unterstützt durch Eva Rossberg, die bis 2017 bei „Trude träumt von Afrika“ dabei war. (Wer die Truppe nie erlebt hat, möge sich hier einklicken und genießen: https://www.youtube.com/watch?v=84JPkCWNdmg)

Allein Uli und Eva zu beobachten, war Beispiel genug, wie entspannt es sich mit dem Bewusstsein eines Clowns leben lässt. 
Erstes Ziel war, sich zu zentrieren. Vieles erinnerte mich an eine meiner vielen Leidenschaften, die chinesische Kampfkunst Tai Chi. Da geht es auch erstmal darum, sich zu erden, Im Jetzt zu sein, seine Mitte zu finden und Energie fließen zu lassen. So aus dem Alltag herausgenommen hatten wir Spaß, viel Spaß und haben viel über uns gelernt.
Jeder konnte sich trauen, das „innere Kind“ nach außen dringen zu lassen und nach Herzenslust zu spielen, zu staunen, sich zu bewegen, über imaginären Wasserpfützen zu stolpern oder auch mal mit einem Fuß auf wundersame Weise am Boden festzukleben. 
Seitdem lässt es sich auch nicht mehr vertreiben, das Kind, es gluckst tief drin immer weiter  und zaubert ein beständiges Schmunzeln auf das Gesicht.

Uli und Eva schafften es, aus jedem Teilnehmer den ganz eigenen, individuellen, sympathischen Clown hervorzulocken. Es war toll, zu sehen, wie wundervolle Clowns geboren wurden.

Am Samstag bekamen wir unsere ganz persönlichen roten Nasen und standen zum ersten Mal auf einer Bühne. Wow. Was für eine Erfahrung …. die bleibenden "Schaden" hinterlässt …
Was ist das Leben herrlich unanstrengend, wenn man sich selbst und seine Dummheiten liebt, sich Naivität erlaubt und einfach macht … mit Sinn … ohne Sinn ... leicht-Sinnig … sing ... sang … sorglos … lali .. lala …

Ups. Angefixt. Ihr merkt es schon. Und das vor der Frankfurter Buchmesse. Huiuiuiuiiiuiuiui ...wird das ein Spaß.

(Wer's noch nicht mitbekommen hat: Ich bin am Freitag und Samstag (12./13.10.)  am Stand von Plaisir d'Amour und Dryas und freu mich riesig, meine tollen KollegInnen im Verlag und Euch, LeserInnen und BloggerInnen,  zu treffen!!!)

Ich empfehle das Clownseminar gerne weiter.  Sehr gerne. (Schaut Euch das Video auf der Startseite von www.die-clownschule.de an 😍) Geht da hin Leute, und lasst Euch verzaubern, die Welt wäre so viel netter, wären wir alle ein bisschen Clown.


PS: 
Ich habe für dieses Seminar, wie alle anderen Teilnehmer, bezahlt und schildere meine subjektiven Erfahrungen. Es handelt sich weder um bezahlte Werbung noch um eine Gefälligkeit.