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Montag, 6. März 2017

Veilchentränen Schnipselchen

Textschnipselchen

aus Veilchentränen
Cafe au lait und ganz viel Liebe 3

NEU IM MÄRZ

ACHTUNG Blogger:
Für Rezi - Exemplare bitte direkt den Bookshouseverlag ansprechen. Danke!

Christin bewegte sich nicht mehr. Sie saugte das Gefühl von Geborgenheit in sich auf wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Als es klingelte, zuckte sie zusammen.
»Das wird Leon sein. Keine Sorge, er bekommt dich nicht zu Gesicht«, beruhigte Luca sie, während er aufstand. »Soll ich ihm irgendetwas ausrichten?«
Christin schüttelte gehetzt den Kopf, und er zog kurz unwillig die Augenbrauen zusammen. Dann lächelte er auch schon wieder und hob beschwichtigend eine Hand. »Kein Problem. Bleib ganz ruhig. Ich lasse ihn nur in den Flur.«
Wie hypnotisiert starrte sie auf die Wohnzimmertür, nachdem er sie hinter sich geschlossen hatte.
Sie hörte, wie sich Leon und Luca begrüßten. »Wo ist sie? Ich will mit ihr reden«, forderte Leon, und jede Muskelfaser ihres Körpers verkrampfte.
Luca hielt Wort. »Sie will niemanden sehen, auch dich nicht«, antwortete er bestimmt.
Erleichtert atmete Christin aus.
Leon seufzte. »Warum denn bloß? Was ist denn in sie gefahren? Das ist doch bescheuert!«
»Was ist am Abend vorher passiert? Hattet ihr Streit?« Lucas Stimme hörte sich ziemlich angriffslustig an.
»Nein, Mann, was soll das? Es war alles ganz normal zwischen uns. Sie war völlig normal.«
»Und an dem Morgen?«, hakte Luca misstrauisch nach.
»Ich habe noch geschlafen, als sie aufgestanden ist und bin erst wach geworden, weil die Nachbarn an der Wohnungstür Sturm klingelten. Da lag Chris schon bewusstlos im Treppenhaus. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Komm schon, wo ist sie? Sie muss mit mir reden. Ich mache mir doch Sorgen.« Seine Stimme klang bittend, nicht fordernd. Es war die Stimmlage, mit der er sie immer zum Nachgeben brachte, und sie war nahe dran, aufzuspringen und sich hinter der Couch zu verstecken. Doch Luca ließ sich nicht beeindrucken. »Sie will nicht. Vergiss es.«
»Fuck! Sie kann sich doch nicht einfach so verstecken!«
»Warum nicht?«
»Warum nicht? Warum nicht?« Seine Stimme wurde jetzt ungeduldig. »Ich bin ihr Freund, schon vergessen? Außerdem gibt’s auch so einiges zu regeln, wenn sie länger wegbleibt. Da liegen Rechnungen, die bezahlt werden müssen.«
»Das wirst du doch erst mal übernehmen können.«
»Nein, Mann, kann ich im Moment nicht. Bei mir sieht’s grad nicht so prall aus.«
»Dann werden wir das in den nächsten Tagen regeln. Heute nicht. Geh jetzt. Sie wird sich melden, wenn sie sich besser fühlt«, bestimmte Luca, und sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er das Gespräch als beendet betrachtete.
Christin hörte Leon noch unzufrieden grummeln, dann klappte die Wohnungstür zu und Luca kehrte zu ihr zurück.
Sie atmete zitternd aus. »Danke.«
Er hockte sich vor sie und legte die Hände auf ihre Oberschenkel. Sein Blick schien Löcher in ihre Haut zu brennen. »Hat er dir was getan, Chris?«
Ein fieser dicker Kloß verstopfte ihre Kehle, und ihre Augen brannten. Sie schluckte.


Lucas Wangenmuskeln zuckten. »Chrissy, bitte. Sag mir, ob er dir etwas getan hat. Nur ja oder nein, mehr nicht. Das schaffst du.«


Ist Anfang März 2017 im Bookshouse Verlag erschienen

www.liebelesenleben.de


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